Liebes, deine Augen sind trüb geworden, deine Haut blass. Man kann aus dir lesen, wie in einem Buch. Die letzte Zeit, hat dich mitgenommen, man sieht es dir an.
Die letzten zwei Monate, waren mit Abstand, die schlimmsten meines Lebens.
Ich habe keine Lust mehr, wütend zu sein. Auf was denn auch, auf mich? Auf sie? Ich kann an der Situation sowieso nichts ändern. Und alles was ich tue, ist kontra produktiv.
Es ist so, als ob ich versuche, zu schießen, die Kugel zurückgeworfen wird und mich selbst trifft. Ich saß gestern auf einer Bank, und habe mich auseinandergesetzt mit diesem Thema, unzehlbare Male tat ich das schon, aber diesmal bin ich zu einem Entschluss gekommen.
Wenn du meinst, dir deine Freunde aussuchen zu können, tue das. Hätte nur gedacht, du hättest nen besseren Geschmack, hattest du nicht die bessere Menschenkenntnis von uns beiden?! Egal. Ich konzentriere mich jetzt auf die Sachen, die mich glücklich machen, denn an dich zu denken tut nur weh und führt zu nichts.
Erzähl mir bitte nichts von unnötig. Denn das ich durch die Hölle musste hielt ich auch nicht für nötig, während du die Füße auf den Tisch gelegt hast, und dich ausgeruht hast.
Ich habe meine Rechnung, für mein Verhalten bekommen, sogar eine Milliarden mal mehr als das. Und das was zu viel war, wofür ich zu viel bezahlt habe, das kannst du niemals wieder gut machen. Egal was passiert, dass was du mir angetan hast, wird dir nie widerfahren. Ich hoffe es jedenfalls. Ich wünsche es nicht mal meinen schlimmsten Feinden. Denn es ist purer, unbeschreiblicher, unvergleichbarer Schmerz.
Ich lese ein Buch namens Johnny zieht in den Krieg. Es nimmt mich unheimlich mit. Es handelt von einem Jungen Mann namens Johnny, der nach dem Krieg keine Beine, keine Arme, blind, kein Gesicht mehr hat und taub geworden ist. Er hat quasi nur noch sich und seine Gedanken. Ein Zitat, hat mir sehr gefallen, und ich denke es passt zu meiner Situation:
-Seine letzte Kraft in dem Kampf zu vergeuden wo er sich bloß treiben zulassen brauchte. Was für ein Narr.

